Warum Analog?

Wer direkt an der Ostsee wohnt, muß irgendwann anfangen zu fotografieren. So ging es mir auch. Logischerweise geschah dies vor fast vier Jahrzehnten auf analoge Weise.

Als meine Klassenkameraden zur Jugendweihe die überteuerten Kassettenrekorder kauften, kaufte ich die überteuerte Pentacon six TL. Später kam ein Labor dazu. In der DDR hatte fast jeder eine Dunkelkammer. Die Stasi war allgegenwärtig und ein Foto von der Freundin, so wie sie geschaffen, wollte man nicht gerade der Stasi zeigen. Andererseits war die Qualität im eigenen Labor bei weitem besser. Die Wende kam, das Labor wurde verkauft und es ging mit anderen Kameras weiter, natürlich analog.

Weihnachten 2010 der Entschluß endlich auch digital zu fotografieren. Ich kaufte eine EOS 60D und war begeistert. Ich machte ein Foto nach dem anderen und kaufte eine neue Festplatte. Ich kam nicht so recht mit dem Sortieren nach und es wurde sehr stressig. Meine Fotos waren scharf und richtig belichtet – aber irgend etwas fehlte ihnen. Ich plagte mich mit Sensorflecken und Hotpixeln rum und wurde immer unzufriedener.
Ich mußte herausfinden, warum mir mein geliebtes Hobby auf einmal keinen Spaß mehr machte.

Ich begann meine alten Linsen an die EOS zu adaptieren und die machten sich richtig prima. Tolles Bokeh, ganz beachtliche Schärfe und viel Nostalgie. Aber es fehlte immer noch etwas… Wenn ich schon die alten Linsen wieder verwende, kann ich doch auch mal wieder die Psix ausführen.

Natürlich ohne Belichtungsmesser und mit einem Rollfilm. Schiete dachte ich, wie soll das denn gehen? Kann ich es noch? Wie belichte ich richtig? Mist, ich habe nur zwölf Bilder. Denk bloß an das Fokussieren.

Das war nicht nur eine Herausforderung, es hat auch richtig Spaß gemacht. Als dann der Film aus dem Labor kam, wußte ich, ich kann es noch. Plötzlich wußte ich auch, was fehlte. Der Spaß, die Herausforderung und die Zeit, die man sich für ein gutes Foto nehmen muß. Ja, in der Psix ist etwas eingebaut, was die DSLR nie haben wird. Da ist gaaanz viel Zeit drin…

Das mittlerweile weitere analoge Kameras und das Labor wieder dazugekommen sind, macht den Spaß so richtig perfekt. Auch fotografiere ich wieder digital. Jedoch bewußter, mit mehr Zeit und dem Spruch: „Ich muß nicht jeden Scheiß aufnehmen.“

Mittlerweile bin ich so etwas wie eine Photographische Versuchsanstalt. Vieles was mit analogen Kameras und analogen Techniken zu tun hat, probiere ich aus. Darüber werde ich sicher auch hier und da in diesem Blog berichten. Aber auch hier gilt: “Man muß nicht jeden Scheiß machen!”

Photographische Versuchsanstalt

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2 Antworten auf Warum Analog?

  1. Michael sagt:

    Hallo,
    einen ähnlichen Werdegang hatte ich auch was die analoge und digitale Fotografie angeht.

    Viele Grüße

    Michael

    • Mariana sagt:

      Auch ich habe in den Hinterlassenschaften meiner Ur-Grodfeltern einen keinlen Abzug eines Fotos aus der Sf6gestr.6 gefunden. Ein vielleicht 5-6 Jahre altes hfcbsches Me4dchen mit einem Kleinkind an der Seite. Leider weidf ich fcberhaupt nicht, wer das sein kf6nnte, zumal meine Wurzeln mich nur sehr weitle4ufig in die Ne4he von Bremen ffchren. Sowohl das Bild von Irmi Gegner-Sfcnkler, wie auch meines, tragen oben rechts eine Nr. Weidf vielleicht jemand, ob es von diesem Fotostudio einen Nachfolger gibt oder irgendwo noch ein Verzeichnis der damaligen Ke4ufer existiert. Manchmal wird man ja angenehm fcberrascht.

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