Nachfixieren zwanzig Jahre später

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Schlecht fixierter Negativstreifen

 

Beim Stöbern im Archiv fand ich einen Film, den ich vor ca. 20 Jahren ziemlich schlecht fixiert hatte. Auf dem ersten Foto sieht man sehr gut die Trübung.

 

 

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Fixieren in der Schale

Obwohl unwahrscheinlich, daß den Negativen etwas passiert, habe ich pflichtgemäß durch Scannen gesichert. Danach dann erneutes fixieren nach ca. 20 Jahren. Schon kurz nach dem Eintauchen in den frischen Fixierer verschwand die Trübung. In der Schale muß man natürlich sehr gut aufpassen, damit die Streifen nicht beschädigt werden. Danach wird ordentlich gewässert, das letzte Bad mit Netzmittel oder wie es jeder gerne hat. Anschließend wird der Film an einen staubfreien Ort getrocknet.

Der Film ist klar

Der Film ist klar

Nach dem Fixieren ist der Streifen klar. Das Ganze funktioniert auch sehr gut mit Positiven, die sich verdächtigt verfärbt haben. Dies ist häufig der Fall, wenn die Fixage vielleicht zu kurz war.

Alte Papierbilder

Alte Papierbilder

 

 

 

Fazit: Stellt man fest, daß bei Negativen oder Positiven nicht ordentlich fixiert wurde, kann man dies jederzeit nachholen.

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Farbnegativentwicklung mit dem Digibase C41 Mini Kit

Irgendwann ist immer das erste Mal und so auch bei mir.

Mein Bruder fand beim Aufräumen doch tatsächlich noch vergessene Filme und so hatte ich auf Schlag 10 Filme zusammen, um mal endlich die Farbentwicklung auszuprobieren. Nach einer Internetrecherche entschloß ich mich, es mit dem C41 Kit von Rollei zu versuchen. Die Chemie kann man u.a. bei Macodirect.de bestellen. Ich habe mir hier die kleinste Packung für 500ml und 10 Filmen bestellt.

1. Was braucht man

  • 4 Flaschen (z.B. Flensburger Pils – oder andere dunkle Flaschen)
  • Gummihandschuhe
  • eine Entwicklerdose
  • Dunkelheit (Wechselsack oder absolut dunkler Raum)
  • genaues Laborthermometer (z.B. von Kaiser)
  • Stopuhr (Telefon, Kurzzeitwecker)
  • Putzlappen
  • Trichter
  • größerer Meßbecher
  • Einmalfeuerzeug

2. Ansetzen der Chemie
Zuerst trinkt man die vier Flaschen Pils aus, um vernünftige Aufbewahrungsflaschen zu haben. Glas hat sich bewährt, da durch Plasteflaschen durchaus Sauerstoff diffundieren kann. Sauerstoff ist ja bekanntlich Gift für die Haltbarkeit von Entwickler. Ein weiterer Vorteil von Bügelflaschen ist der, daß man die Verschlüsse nicht mehr verwechseln kann. Die bleiben bekanntlich an der Flasche.

Hier kommt übrigens das Einmalfeuerzeug zum Einsatz. Sprüht man etwas Gas in die Flasche, kommt der Sauerstoff nicht mehr an den Entwickler. Im Fotofachhandel gibt es komfortablere Möglichkeiten, jedoch ist es beim ersten Mal die günstige Variante.

Dann die Flaschen gut reinigen. Kann man noch klar gucken, kann es gleich weiter gehen.
Die Chemie setzt man einfach nach Bedienungsanleitung an. Da ich gleich 500 ml für meine Rollfilmdose ansetzen mußte, paßte das Set wie die Faust auf’s Auge. Allerdings sind keine Angaben zum Ansatz von 500ml in der Anleitung. Also immer die Menge der vorhandenen Chemie von 500ml abziehen und man erhält die Menge des Wassers. Achtung beim Farbentwickler sind es 4 Teile. Die müssen alle abgezogen werden. Alle anderen Mengen sind in der Anleitung beschrieben. U.a. auch der Ansatz für 250ml, so daß man hier auch weiter käme.
Anzumerken sei noch, das vom Stabilisator nur die Hälfte der Menge da ist. Also, wer für einen Ansatz von 250ml die angegebene Menge Stabilisator nimmt, hat beim zweiten Ansatz nichts mehr.
Ich denke aber, daß es beim Stabilisator nicht so darauf ankommt und man diesen teilen kann. Für meine 500ml habe ich dann natürlich alles reingekippt.

Das Ansetzen dauert dann doch eine Weile. Daher mein Tip: Die Chemie einen Tag vorher ansetzen! Dann kann man sich am nächsten Tag voll auf die Entwicklung konzentrieren. Beim Ansetzen und insbesondere beim Entwickeln sollte man Gummihandschuhe tragen. Die gibt es in der Apotheke oder günstiger im Netz.

3. Film in die Dose
Wer noch nie einen Film in eine Entwicklerdose gespult hat, findet im Netz Anleitungen und auch Videos. Einziger Tip von mir wäre, daß man es vorher mit einem alten Film erst bei Licht und dann im dunkeln übt.

4. Los geht’s – das Entwickeln
Schon in der Anleitung zum Kit stehen einige Tips, die sich zu Herzen genommen werden sollten. Die Anleitung kann man sich vorher von der genannten Bestellseite herunterladen.

Man stellt sich die Flaschen so hin, daß auch immer die Reihenfolge stimmt. Entwickelt man mehrere Filme, dann auch immer wieder an den gleichen Platz zurück stellen. So kann man nichts verwechseln. Da ich bei 25° Celsius arbeite, mache ich mir nicht so viele Gedanken um eine Abkühlung der Lösung. Wer hier ganz exakt arbeiten möchte, kann seine Flaschen/Dosen ja in temperierte Wasserschalen stellen. Ich habe keine Probleme festgestellt.
Die einzelnen Schritte habe ich mir nun mit den entsprechenden Zeiten aufgeschrieben und an die Spüle geklebt. So konnte nichts mehr schief gehen. Nach folgenden Zeiten aus der Anleitung habe ich gearbeitet.

  1. Entwickeln 13min (alle halbe Minute kippen – dann zurück in die Flasche)
  2. Bleichen 6min (alle halbe Minute kippen – Achtung gast aus – also bei Kippdose ab und zu lüften, sonst leckt die Dichtung)
  3. Fixieren 7min (alle halbe/eine Minute kippen)
  4. Wässern Dose auf und zehnmal Wasser tauschen, dabei die Spule hoch und runter bewegen (So mache ich es jedenfalls.)
  5. Stabilisieren 1-2min

Achtung! Das Wässern ist nicht in der Anleitung enthalten. Ein Anfänger könnte hier vielleicht gleich den Stabilisator nach dem Fixierer reinkippen. Jetzt muß aber ordentlich gewässert werden! Da sonst Fixierer auf den Filmen bliebe, wären die über kurz oder lang nicht mehr brauchbar. Fixierer zieht Feuchtigkeit nur so an.
Nachtrag: Ich habe von einem Fotofreund gehört, daß der Stabilisator das Wässern quasi mit übernimmt. Das sei so bei der modernen Chemie. Könnte natürlich sein aber ich sage mir, daß das wässern nicht schadet. So ist man sich eben besonders sicher, daß man nicht zu kurz wässerte.

Ganz zum Schluß kommt dann der Film in den Stabilisator. Dort wird er dann auch direkt herausgenommen und aufgehängt. Der Stabilisator sorgt u.a. dafür, daß das Wasser gut abläuft. Wer mag kann noch den Film durch die Finger ziehen, um das zu unterstützen.

Was habe ich nun aus der ganzen Aktion gelernt. Es macht Arbeit und Spaß! Kratzer und Fussel sind von mir und ich kann bei mir selbst reklamieren. Die Filme hatten aber keine! Alle 10 Filme sind etwas geworden. Nein stimmt nicht. Der Rollfilm Kodacolor 2 aus dem Jahr 1973 wurde gar nichts. Ich denke mal, das war das Alter. Der Kodacolor 2 war übrigens der erste Film, der nach C41 verarbeitet wurde.

Die anderen sind alle, meiner Meinung nach, völlig normal entwickelt. Bei 25° Grad hatte ich keine Probleme mit der Temperatur. Es war ohnehin Sommer und im Zimmer hatte ich 23°. Ich habe also ganz normal mit 25° angefangen und dann auch nicht mehr kontrolliert. Beim Bleichbad habe ich noch auf 25° geachtet, jedoch beim Fixierer schon nicht mehr.

Welche Vorteile gibt es noch?

  • Die Fraktion der Cross-Entwickler bekommt die Filme nicht mehr unentwickelt aus dem Labor zurück.
  • Ja genau die, können lustig herumexperimentieren (Temperatur, Menge der Starterlösung)
  • Die Normalentwickler können die Entwicklung Verstärken und Abschwächen (Push- und Pull-Entwicklung)

Welche Nachteile gibt es?

  • Man kann nirgendwo ankreuzen, welche Größe die Bilder haben sollen. Also scannen oder selbst ausbelichten.
  • Bekommt man Routine und man bleibt beim Standardprozeß, wird es vielleicht langweilig.
  • Man muß mit den Bierflaschen aufpassen. Da kann man sich leicht vergreifen. Also gut beschriften und dort auch die entwickelten Filme notieren.

Viel Spaß

P.S. Herr Junghans von MACO PHOTO PRODUCTS hat mir noch ein paar wichtige Hinweise zur Haltbarkeit der angesetzten Lösungen geschickt. Die wollte ich natürlich nicht vorenthalten… Vielen Dank nochmal!!!

“Angesetzte Gebrauchslösungen (kommt darauf an, wie viele Durchgänge in welchem
Zeitraum gemacht wurden. Prinzipiell gilt: (in dunkeln, geschlossenen Flaschen ohne
Luft)

Farbentwickler: zwischen 4-6 Wochen                           Angebrochene Konzentrate 3
Monate

Bleichbad, Fix und Stabi: zwischen 3-4 Monate               Angebrochene Konzentrate 6
Monate

Kann bei wenig Belastung bis 6 Monate

Die Bäder sollten nur bis 60 % deren Belastung weiter aufbewahrt werden, oder bis 80
% nur noch höchstens 2 Wochen (Farbentwickler) und 4 Wochen für die restlichen.”

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Warum Analog?

Wer direkt an der Ostsee wohnt, muß irgendwann anfangen zu fotografieren. So ging es mir auch. Logischerweise geschah dies vor fast vier Jahrzehnten auf analoge Weise.

Als meine Klassenkameraden zur Jugendweihe die überteuerten Kassettenrekorder kauften, kaufte ich die überteuerte Pentacon six TL. Später kam ein Labor dazu. In der DDR hatte fast jeder eine Dunkelkammer. Die Stasi war allgegenwärtig und ein Foto von der Freundin, so wie sie geschaffen, wollte man nicht gerade der Stasi zeigen. Andererseits war die Qualität im eigenen Labor bei weitem besser. Die Wende kam, das Labor wurde verkauft und es ging mit anderen Kameras weiter, natürlich analog.

Weihnachten 2010 der Entschluß endlich auch digital zu fotografieren. Ich kaufte eine EOS 60D und war begeistert. Ich machte ein Foto nach dem anderen und kaufte eine neue Festplatte. Ich kam nicht so recht mit dem Sortieren nach und es wurde sehr stressig. Meine Fotos waren scharf und richtig belichtet – aber irgend etwas fehlte ihnen. Ich plagte mich mit Sensorflecken und Hotpixeln rum und wurde immer unzufriedener.
Ich mußte herausfinden, warum mir mein geliebtes Hobby auf einmal keinen Spaß mehr machte.

Ich begann meine alten Linsen an die EOS zu adaptieren und die machten sich richtig prima. Tolles Bokeh, ganz beachtliche Schärfe und viel Nostalgie. Aber es fehlte immer noch etwas… Wenn ich schon die alten Linsen wieder verwende, kann ich doch auch mal wieder die Psix ausführen.

Natürlich ohne Belichtungsmesser und mit einem Rollfilm. Schiete dachte ich, wie soll das denn gehen? Kann ich es noch? Wie belichte ich richtig? Mist, ich habe nur zwölf Bilder. Denk bloß an das Fokussieren.

Das war nicht nur eine Herausforderung, es hat auch richtig Spaß gemacht. Als dann der Film aus dem Labor kam, wußte ich, ich kann es noch. Plötzlich wußte ich auch, was fehlte. Der Spaß, die Herausforderung und die Zeit, die man sich für ein gutes Foto nehmen muß. Ja, in der Psix ist etwas eingebaut, was die DSLR nie haben wird. Da ist gaaanz viel Zeit drin…

Das mittlerweile weitere analoge Kameras und das Labor wieder dazugekommen sind, macht den Spaß so richtig perfekt. Auch fotografiere ich wieder digital. Jedoch bewußter, mit mehr Zeit und dem Spruch: „Ich muß nicht jeden Scheiß aufnehmen.“

Mittlerweile bin ich so etwas wie eine Photographische Versuchsanstalt. Vieles was mit analogen Kameras und analogen Techniken zu tun hat, probiere ich aus. Darüber werde ich sicher auch hier und da in diesem Blog berichten. Aber auch hier gilt: “Man muß nicht jeden Scheiß machen!”

Photographische Versuchsanstalt

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